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16.09.2019: Tag des offenen Denkmals 2019

16.09.2019: Tag des offenen Denkmals 2019

"Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur"

Der bundesweite "Tag des offenen Denkmals" am 08. September stand in diesem Jahr unter dem Motto "Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur" und nahm damit das 100-jährige Bauhaus-Jubiläum zum Anlass, aber nicht zum einzigen Inhalt. Alle "modernen" Umbrüche sollten thematisiert werden. So widmete sich Wolfgang Drösser vom Verein für Orts- und Heimatkunde Wesseling e.V. in seinem Vortrag den Umbrüchen gesellschaftlicher, kultureller, ökonomischer und technischer Natur in der Geschichte der Stadt. Zuvor eröffneten Bürgermeister Erwin Esser und die Vorsitzende des Vereins für Orts- und Heimatkunde, Ilse Schellschmidt, gemeinsam den "Tag des Offenen Denkmals".

"Dieser Tag", so Esser, "ist nicht nur ein Tag, der die Vergangenheit zum Sprechen bringt, sondern auch ein Tag, der für die Gegenwart bedeutsam ist. Wir sind davon fasziniert, wie sich unsere Stadt im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hat. Denn jeder Ort ist nicht nur in die Geschichte seines Staates eingebunden, sondern hat auch eine ganz unverwechselbare Geschichte, die seine Identität ausmacht."

Davon wusste Wolfgang Drösser den zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörern zu berichten. Sie erfuhren zum Beispiel, dass sich schon 1238 in Oberwesseling die erste Schiffsmühle auf dem Rhein drehte, dass von ihren Anfangstagen in 1388 an Wesselinger Studenten an der Uni Köln, damals die vierte Universität im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, eingeschrieben waren. Die Renaissance aber ging an Wesseling vorüber. Die Menschen hatten mit ihren großen Alltagssorgen, wie Krankheiten, Hungersnöten und Überschwemmungen genug zu tun. Im 17. Jahrhundert weisen dann die Kreuze mit individuellen Inschriften rings um die Kirchen in Urfeld, Keldenich und Berzdorf auf die Individualisierung hin.

Die Entwicklung vom Dorf zur Industriestadt war eine turbulente Zeit und Wolfgang Drösser zeichnete sie anhand von Meilensteinen nach. Die Gründung erster Werke um die Mitte des 19. Jahrhunderts setzte eine Bewegung in Gang, "von der andere Dörfer nur träumen konnten". Die heutige B9 war bereits beleuchtet, weil der Post- und Warenverkehr zwischen Köln und Bonn dort entlang verlief. Mit der Industrie nahm die Entwicklung zusätzlich Tempo auf. Werkswohnungen entstanden.

1929 begann der Bau der heutigen A555, für den Wesseling die Leitzentrale wurde. Damit war Wesseling sogar Vorreiter im Straßenbau. Beim Bau der Union Kraftstoff, die nach dem Willen der Nationalsozialisten ausschließlich Energie aus Braunkohle gewinnen sollte, dachten die Verantwortlichen auch schon an die Nutzung von Rohöl; für diese Zeit enorm weitsichtig. Die Rheinischen Olefinwerke (ROW) begründeten die deutsche Petrochemie und wurden sogar auf einer Briefmarke verewigt.

Aber auch fernab der Industrie hat Wesseling moderne Zeichen gesetzt. Nach der Abschaffung der Volksschulen war der Bau eines Schulzentrums Ende der 1960er Jahre außerordentlich fortschrittlich und Wesselings Ehrenbürger Paul Nagel war mit seiner Arbeit wegweisend für die sakrale Baukunst Europas.

Zum Hintergrund

Der "Tag des offenen Denkmals" wird seit 1993 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten steht, bundesweit koordiniert und ist die größte Kulturveranstaltung Deutschlands. In Wesseling gestalten die Stadt und der Verein für Orts- und Heimatkunde Wesseling e.V. den Tag gemeinsam. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist für das Konzept des Aktionstags verantwortlich und legt das jährliche Motto fest. Der "Tag des offenen Denkmals" ist eine eingetragene Marke der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days.

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