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17.05.2019: Schadstoffe in Gymnasium und Hauptschule

17.05.2019: Schadstoffe in Gymnasium und Hauptschule

Rückblick auf die Infoveranstaltung im Rheinforum

Nach den Osterferien musste die Stadtverwaltung den Schulleitungen, Eltern, Lehrkräften, Schulpflegschaften, Schülerinnen und Schülern des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums und der Wilhelm-Busch-Schule, der Bezirksregierung Köln, der Schulaufsichtsbehörde des Rhein-Erft-Kreises und der Unfallkasse mitteilen, dass beim Bau der beiden Gebäude Substanzen verbaut wurden, die nach heutigem Erkenntnisstand als schadstofflastig einzustufen sind und beseitigt werden müssen. Dies war bei der Bauvorbereitung für die elektrische Sanierung beider Schulen festgestellt worden.

Nach Auswertung der bisher vorliegenden Orientierungs-Messergebnisse sind die Werte für PCB sowohl im Gymnasium, als auch in der Hauptschule erhöht. Das Zentralgebäude sowie die Realschule waren dagegen unauffällig. Das letzte Schadstoffgutachten aus dem Jahr 1999 hatte für die Hauptschule keinen weiteren Untersuchungsbedarf für die Messung und Erkundung nach Schadstoffen festgestellt. Für das Gymnasium wurden seinerzeit leicht erhöhte PCB-Werte festgestellt, die aber gemäß den gültigen Vorschriften keinen Handlungsbedarf zur Folge hatten.

Die Nachricht hat verständlicherweise in den Schulen und den Familien viele Fragen aufgeworfen. Am 15. Mai standen daher im Rheinforum Bürgermeister Erwin Esser, Erster Beigeordneter Gunnar Ohrndorf, Schuldezernentin Karolin Beloch, Dr. Franz-Josef Schuba, Leiter des Gesundheitsamtes des Rhein-Erft-Kreises, Prof. Dr. med. Thomas Kraus, Direktor des Instituts für Arbeitsmedizin und Sozialmedizin am Universitätsklinikum Aachen, und Dipl.-Chem. Uta Köhler von der Unfallkasse NRW Rede und Antwort.

Nach Rücksprache mit den externen Fachleuten und unter Hinzuziehung des Gesundheitsamtes des Rhein-Erft-Kreises ist klar:  Es besteht keine akute Gesundheitsgefährdung für alle Nutzerinnen und Nutzer beider Schulgebäude. Eine komplette Sperrung der Gebäude sowie einzelner Räume ist derzeit nicht erforderlich.

Sofortmaßnahmen

Um durch kurzfristige Maßnahmen die Luftqualität in den Schulgebäuden zu verbessern, hat die Stadt Wesseling für das Käthe-Kollwitz-Gymnasium sowie für die Wilhelm-Busch-Hauptschule eine Raumlüftungsverpflichtung angeordnet. Alle im Schulbetrieb genutzten Räume sind regelmäßig zu lüften, die Klassenräume in jeder großen Pause und Fünf-Minuten-Pause. Zudem werden die Gebäude mitsamt Mobiliar einer intensiven Grundreinigung unterzogen.

Die Stadt wird den Erfolg des Raumlüftungskonzeptes durch regelmäßige Messstichproben überprüfen und die gemessenen Werte an die zuständigen Experten zur weiteren Beurteilung melden. Sofern durch die beschriebenen Sofortmaßnahmen die Werte nicht unter 3.000 Nanogramm pro Kubikmeter Raumluft (ng/m3) sinken, wird die Stadt die Räume, für die das gilt, umgehend sperren.

Messungen

Grundsätzlich handelt es sich bei den bisher vorgenommenen Messungen um orientierende Messungen. In dieser Woche wurden erneute Messungen unter Standardbedingungen durch ein zertifiziertes zweites Prüfinstitut vorgenommen, um belastbare Werte zu erhalten. Erst nach Vorlage des unabhängigen Zweitgutachtens können alle Werte sicher beurteilt werden. Sobald die Ergebnisse vorliegen, können diese auch bei der Stadt eingesehen werden. Erwartungsgemäß dauert das ca. zwei Wochen.

Die bisherigen orientierenden Messungen ergaben in beiden Schulgebäuden in einzelnen Räumen Ergebnisse zwischen 3.000 und 5.000 ng/m3. Der Großteil der Räume liegt unter 3.000 ng/m3.

Biomonitoring

Für besonders gefährdete Gruppen wie Schwangere oder Frauen mit Kinderwunsch und auch für Kinder, deren Eltern ihre Sorgen gern tilgen möchten, wird ein Biomonitoring angeboten. Weitere Informationen dazu folgen. Bei diesen Bluttests wird der Anteil an Gefahrstoff gemessen, den der Körper aufgenommen hat. Die Kosten hierfür werden übernommen und müssen selbstverständlich nicht privat gezahlt werden.

Sanierung und Probesanierung

Die Stadt Wesseling als Schulträger wird die Schulgebäude selbstverständlich einer Schadstoffsanierung unterziehen. Diese wird den ursprünglichen Zeitplan für das Sanierungsprogramm beider Gebäude verzögern. In beiden Schulgebäuden wird nun jeweils ein Raum einer Probesanierung unterzogen. Dabei werden potentielle PCB-Quellen (z.B. Fugenmassen, Deckenbauteile, Türen, Fußböden, etc.) Stück für Stück entfernt und nach jedem Arbeitsschritt eine Raumluftuntersuchung durchgeführt. Nur so können die potentiellen Primär- und Sekundärquellen eingegrenzt werden.

Unter der Voraussetzung, dass auf dem Markt entsprechend fachkundige und zertifizierte Sanierungsfirmen verfügbar sind, sollte ein bewertbares Ergebnis der Probesanierung bis zu den Herbstferien 2019 vorliegen. Diese Ergebnisse werden dann entscheidend für das weitere Vorgehen bei der Sanierung sein. Auch Art und Dauer der Sanierung und die Frage, ob eine Sanierung oder gar ein Neubau sinnvoller ist, hängen im Wesentlichen vom dem Ergebnis der Probesanierung ab.

Raumkonzept

Für die ursprünglich geplante elektrische Sanierung am Gymnasium wurde bereits ein Raumkonzept für die Zeit während der Sanierung erarbeitet. Dies berücksichtigte bereits die Schaffung von Ersatzräumen verbunden mit der teilweisen Auslagerung von Klassen. Durch die nun durchzuführende Schadstoffsanierung ergeben sich neue Anforderungen hinsichtlich der Unterbringung während der Sanierungsphase.

Die Stadt arbeitet bereits an einem Lösungsvorschlag, um auf diese Anforderungen reagieren zu können. Dabei werden wie ursprünglich geplant auch Überlegungen zur Anmietung weiterer Räumlichkeiten berücksichtigt.

Kontakt

Bei Fragen rund um das Thema Gesundheit können sich Lehrkräfte, Eltern und Schülerinnen und Schüler unter der Nummer 02271/83-15310 direkt an das Gesundheitsamt des Rhein-Erft-Kreises wenden.

Bei allen anderen Fragen hilft das Schulamt der Stadt Wesseling unter der Nummer 02236/701-218 gern weiter.

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